SZ: Die Efeutute und wir

Ein Beitrag aus der Süddeutschen Zeitung vom 20.11.2019

Vom Statussymbol zum Wegwerfprodukt und zurück: Zimmerpflanzen begleiten die Deutschen seit etwa 200 Jahren. Eine Ausstellung in München zeigt ihre wechselvolle Geschichte als Spiegel der Gesellschaft.
Von Nora Ederer

Nathaniel Ward muss vor Freude Luftsprünge gemacht haben, als er den Brief des Kapitäns Charles Mallard vom 23. November 1833 öffnete. Darin stand: “Ihr Experiment, die Pflanzen ohne die Zufuhr von Wasser oder frischer Luft lebendig zu halten, war ein voller Erfolg.”

Sechs Monate zuvor hatte der englische Arzt und Hobbybotaniker Ward Farne, Moose und Gräser in zwei luftdicht verschlossene Kisten aus Holz und Glas gepflanzt, ein wenig gegossen und dann von London aus auf eine stürmische Seereise ans andere Ende der Welt geschickt. Bis die Pflanzen in Sydney ankamen, mussten sie heftigen Temperaturschwankungen standhalten, doch im Mikroklima der Wardschen Kästen gediehen sie prächtig. Als Mallard sein Schiff weitere acht Monate später wieder die Themse hinaufsteuerte, hatte er eine Ladung australischer Farne im Gepäck, ebenfalls in den luftdichten Kisten transportiert und seit der Abfahrt nicht gepflegt.

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Hinweis:
Die Ausstellung “Als die Tropen unsere Wohnzimmer eroberten – Kleine Geschichte der Zimmerpflanzen” ist bis zum 15.12.2019 im Botanischen Garten München zu sehen.
 

Von Ende 2020 an ist sie im Botanischen Garten Würzburg zu sehen.

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