Jahresrückblick 2019

Jahresrückblick 2019

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Der Gartenbauverein Unterhaching e.V. bezweckt gemäß § 2 seiner Satzung „im Rahmen des Obst- und Gartenbaues die Förderung der Landespflege und des Umweltschutzes zur Erhaltung einer schönen Kulturlandschaft und der menschlichen Gesundheit“.  Er fördert insbesondere die Ortsverschönerung und dient damit der Verschönerung der Heimat und der gesamten Landeskultur.

Bei der Mitgliederversammlung im Februar gab Rainer Schäfers einen rund 20-minütigen Rückblick in Worten und mit Bildern auf das vergangene Jahr 2018. Nach dem Kassenbericht und Entlastung des Vorstandes standen satzungsgemäß Neuwahlen an. Die bisherige Vorstandschaft stellte sich geschlossen für die Neuwahl wieder zur Verfügung und wurde anschließend im Amt bestätigt. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde Herr Robert Buchberger geehrt, krankheitsbedingt konnte Herr Buchberger nicht kommen, die Urkunde wurde vom Vorstand überbracht. Familie Ewald und Ingeborg Troll wurden für Ihre besonderen Verdienste bei den vielfältigen Aufgaben um den Gartenbauverein mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet.

Mit der Kindergruppe im Gartenbauverein „Die Hachinger Grashüpfer“ unter der Leitung von Sieglinde Schuster-Hiebl und Eva Adler fanden 15 Veranstaltungen statt. Erstmals durften die Kinder in dem Jahr den Pfarrgarten von St. Alto nutzen, bestellen, pflegen und ernten. Dabei lernten die Kinder eine Vielzahl an Gartenpflanzen kennen, diese in kleinen Topfen einsäen, zu Hause vorziehen und später im Pfarrgarten wieder auspflanzen. Übers Jahr fanden Kontroll- und Pflegearbeiten statt. Auch in der freien Natur beschäftigten sie sich mit Wildpflanzen und Kräutern, Wildblumen und Bodentieren. Der Sommerausflug führte sie zum Walderlebniszentrum Grünwalder Forst. An den Naschbeeten konnten sie essbare Waldkräuter erraten und schmecken, den Waldgeräuschen lauschen und klingende Hölzer hören, bei der „Duftorgel“ die reine Waldluft schnuppern, den kleinen und großen Wildschweinen zuschauen, Barfuß den Waldboden erfühlen, die Ruhe des Waldes lauschen und vieles mehr. Ein erlebnisreicher Nachmittag für die Kinder, Eltern und den Gruppenleitern. Besondere Höhepunkte im Jahr war die erste Ernte der Gartenfrüchte, die zu einem leckeren Büfett zubereitet und anschließend verkostet. Die Apfelernte und dass Obstpressen, das Kartoffelfest und auch das Kneippen mit Wassertreten im Hachinger Bach. Die adventliche Weihnachtsfeier am 14. Dezember rundete das Gartenjahr ab. Es wurde kleine Weihnachtskerzen gegossen, den Eltern eine Bilderpräsentation vom Jahr gezeigt und zum Abschluss bei Plätzchen und Punsch für alle die Gruppenleiterin Eva Adler und Jörg Zimmer (in Abwesenheit) mit einem Geschenk verabschiedet.

Eine Projektgruppe vom Gartenbauverein betreut seit 2002 die „Streuobstwiese im Landschaftspark Hachinger Tal“. In Kooperation mit der „Lokalen Agenda 21“ erbringt dieses Team jährlich rund einhundert ehrenamtliche Arbeitsstunden zur Pflege und Erhaltung der Obstbäume im Landschaftspark und der Streuobstwiese im Sportpark.

Den Vereinsmitgliedern und Gästen wurden im vergangenen Jahr über 22 Veranstaltungen zu den Themen Landschaftspflege, Natur und Umwelt, Gesundheit und Ernährung, Brauchtum und Heimatpflege angeboten. Auch bei den Festumzügen und Veranstaltungen zu Fronleichnam, Gärtnerfestumzug in München sowie beim Volkstrauertag war der Verein mit der Fahnenabordnung und vielen Mitgliedern dabei.

Um die Ziele des Vereins besser erreichen zu können, besuchten Vorstandsmitglieder und Gartenpfleger verschiedene Fortbildungsmaßnahmen bei den übergeordneten Kreis-, Bezirks- und Landesverbänden für Gartenkultur und Landespflege. Frau Eva Adler aus unserem Verein besuchte alle erforderlichen Kurse und Seminare und legte erfolgreich die Gartenpfleger-Prüfung ab. Unsere Gartenpfleger informieren und beraten bei den Vereinsveranstaltungen.

Der Gartenbauverein zählte 321 Mitglieder zum 31.12.2019.

Rückblick zu den einzelnen Aktivitäten

Mit dem Vortrag „Garten – Leben erleben“ zeigte uns anhand von Bilder Landschaftsarchitekt Ralph Eid aus Johanneskirchen die optimale gärtnerische Gestaltung und Nutzung kleiner Grundstücke. Durch Abstufungen innerhalb eines Grundstückes und einer Vielfalt von Pflanzen lassen sich Veränderungen im Wachstum und Farbe im kleinen Raum erkennen.

Die Schnittkurse im Pfarrgarten von St. Alto an Obstbäumen und Sträuchern erfreuen sich großer Nachfrage und Interesse von sehr vielen Teilnehmern.

Es folgte im April der Vortrag „EM – Verwendung von effektiven Mikroorganismen in Haushalt und Garten“ mit Referent Georg Schmötzer. Der Begriff „EM“ stammt aus Japan. Der japanische Agrarwirtschaftsprofessor Teruo Higa erforschte, ob Pflanzenwachstum und -gesundheit mit Hilfe von Mikroorganismen zu verbessern sind. Daraus sind die sogenannten Effektiven Mikroorganismen entstanden und finden mittlerweile in der ganzen Welt Beachtung. Bei Anwendungen im Garten kann damit der Bodenqualität angeregt und das Pflanzenwachstum gefördert werden. Auch im Haushalt zum Putzen und Reinigen findet es immer mehr Liebhaber.

Ebenso ist der Pflanzenflohmarkt bei Familie Gertraud und Engelbert Bach ein fester Bestandteil in unserem Veranstaltungsprogramm. Die Vielzahl der selbstgezogenen Tomaten-Pflänzchen von Heidi Trautsch waren schnell vergriffen, bei den Gemüse- und Blumenpflanzen informierten unsere Gartenpfleger über Qualitäts-, Wuchs- und Pflege-Maßnahmen. Auch die Kindergruppe Hachinger Grashüpfer erhielten in diesem Jahr eine Vielzahl verschiedener Pflänzchen für ihren Garten in St. Alto.

Bei der Frühlingswanderung am 1. Mai im Landschaftspark entlang des Hachinger Baches unter der Führung von Sieglinde Schuster-Hiebl wurden allerlei Kräuter gezeigt und deren Wirksamkeit bei körperlichen Beeinträchtigungen vorgestellt. Viele Beschwerden können damit auf natürliche Weise gelindert und behoben werden.

Der letztjährige Radlausflug führte 24 Teilnehmer zum Ostfriedhof und anschließend zur Gärtnerei Berchtenbreiter. Der Friedhof umfasst ein Gelände von rund 30 Hektar und bietet Platz für ca. 34.700 Gräber. Eines der besonderen Merkmale ist die beeindruckende Trauerhalle im Basilika-Stil mit ihrem Kuppelbau. Werner Reindl führte uns mit Informationen über das Gelände und zeigte uns auch zahlreiche Gräber von bekannten Persönlichkeiten wie z. B. von Rudolf Mooshammer, Familie Käfer, Karl Scharnagl, Kurt Eisner, Erni Singerl und viele andere. Anschließend radelten wir zur Gärtnerei Berchtenbreiter und bekamen eine Führung durch die großflächige Anlage. Die über 130 Jahre in Familienbesitz geführte moderne Gärtnerei mit vollautomatischer Klimasteuerung beschäftigt eine Vielzahl Mitarbeitern vom Gärtnerlehrling über den Gärtnermeister bis zu

Floristinnen und Gartenbauingenieuren. Der Ausflug endete mit einem gemeinsamen Mittagessen im Hachinger Sportpark.

„Rasen oder Wiese“ war das Vortragsthema Anfang Mai. Gartenfachberater Christian Müller aus Ettringen informierte über die verschiedenen Rasenarten und -sorten, vom englischen Rasen, einer Wiese zum Spielen und ausruhen oder doch lieber eine bunte Blumenwelt, die Schmetterlinge, Bienen und Insekten anlocken soll. Alle Wiesen-, Rasen- und Blumenflächen benötigen einen bestimmten Boden und Licht als Grundlage für ihr Wachstum. Ob sonnige oder schattige, feuchte oder trockene, schwere oder durchlässige sandige Böden, die richtige Auswahl der Samenmischung, die richtige Bodenvorbereitung und das richtige einsäen bestimmten den Erfolg. Auch ein pflegeleichter Rasen oder die Blumenwiesen benötigen Zeit und Arbeit.

Im Juni hatten wir Gartenfachberater Emil Baumgärtner aus Donauwörth mit dem Thema „Giftige Pflanzen in Haus und Garten – giftig aber wie?“ zu Besuch. Generell unterscheiden wir zwischen schwach giftigen, giftigen und stark giftigen Pflanzen. Entsprechend können diese durch Berührung oder (versehentlicher) Einnahme nach Art und Menge Magen- und Darmbeschwerden aber auch zu Herz- und Kreislaufbeschwerden, schlimmstenfalls zum Tode führen. Auch spielt der Zeitfaktor eine Rolle mit und ein Arzt sollte immer aufgesucht werden. Für München ist das Klinikum rechts der Isar zuständig und immer erreichbar unter Tel.: 089 – 19 240.

Zu Fronleichnam wurde am Vorabend bei Fam. Troll der Blumenschmuck für den Altar gerichtet. Erstmals fand der Festgottesdienst in der Aula der Grund- und Mittelschule am Sportpark statt. Der Saal wurde vom Gartenbauverein mit frisch geschlagenen Birken und der Altar mit großen Blumengestecken geschmückt. Bei der Fronleichnamsprozession nahm unsere Fahnenabordnung mit Vorstand teil und führte durch die Grünanlagen am Sportpark. Im Anschluss wurde zu einem gemeinsamen Frühschoppen vor der Aula eingeladen.

Ein besonderer Tag im Jahr 2019 war der „Tag der offenen Gartentür“ am 30. Juni. Private Gärten öffnen bei dieser alljährlich wieder stattfindenden Veranstaltung ihre Pforten und laden alle Garteninteressierten zur Besichtigung ein. Aus unserem Verein beteiligte sich Familie Gertraud und Engelbert Bach mit ihrem Garten. Unsere Gartenpfleger durften helfen, den in langen Jahren natürlich angelegten Hausgarten mit den üppig blühenden Blumen, den Obstbäumen und Beerensträuchern, dem Glashaus und den Gemüsebeeten bis hin zum Insektenhotel, den Besuchern vorzustellen

Die Vereinslehrfahrt mit über 50 Teilnehmern am 7. Juli führte uns zum Erdenwerk Höfter und in die historische Altstadt von Abensberg. Der Familienbetrieb Höfter als regionaler Anbieter überzeugt durch sein Konzept der Nachhaltigkeit. Bei der Führung durch das Werk mit Juniorchef Moritz Höfter wurden uns die verschiedenen Qualitätserden und Substrate mit deren beachtlichen Einsatzmöglichkeiten erläutert und vorgestellt. Ergänzend wurde uns die modernen Abpackanlagen in der Funktion vorgestellt. Anschließend ging es weiter Richtung Abensberg zum Mittagessen im Restaurant Kuchlbauer. Die Stadtführung führte uns in zwei Gruppen durch die Altstadt zum Karmeliten Kloster mit Kreuzgang, Museum im Herzogkasten mit abschließendem Besuch beim Kuchlbauer Turm mit Biermuseum.

Das Sammeln von Kräutern für Maria Himmelfahrt und anschließendes Binden zu Kräuterbuschen bei herrlichem Wetter ist seit jeher Brauch.  Sieglinde Schuster-Hiebl führt über 22 interessierte Teilnehmer durch den Infineon-Park und erklärte dabei die vielen auffindbaren Kräuter bis zur Königskerze, deren Brauchtum, Verwendungsmöglichkeiten und Wirkung.

Der Unterhachinger Gartenbauverein beteiligte sich wieder am alljährlichen „Münchner Festzug zum Gärtner Jahrtag“. In der Schar vieler Gärtner und Gärtnervereine war auch die dreißigköpfige Abordnung aus Unterhaching mit ihrer Vereinsstandarte dabei. Neben dem Fähnrich Gerhard Hufnagl, Karl Heinz Protzmann und Rosi Ott nahm auch Bürgermeister Wolfgang Panzer an dem historischen Festzug teil.

Der Gartler-Stammtisch im September diskutierte über das zurückliegende Gartenjahr und der anhaltenden Hitze mit der damit verbundenen Trockenheit und den diversen Problemen. Die Erträge von den Obstbäumen und die Größe der Früchte war geringer als im Vorjahr, für die meisten doch zufriedenstellend. Auch über die alljährlichen Krankheiten und Schädlingen wurde diskutiert, besonders über die Ausbreitung des Buchsbaumzünslers. Die Anwesenden berichteten über ihre eigene Erfahrung vom Gartenjahr und dabei wurden diverse Erlebnisse mit Anekdoten vorgetragen, die zur Unterhaltung an diesem Abend sorgten.

Zum Erntedank wurde der Altarbereich in St. Alto mit Gemüse, Obst und Blumen geschmückt.

Das Nachbarrecht 2.0, Rechtliches, Heiteres und Kurioses rund um den Gartenzaun erläuterte Rechtsanwältin Christina Oelke-Koch. Die Probleme mit den geliebten Nachbarn können so vielfältig und unendlich sein wie ebenso vielfältig die Paragrafen zum Nachbarrecht sind. Ein klärendes Gespräch zwischen den Konfliktparteien im Vorfeld ist oft sinnvoller und kann die Eskalation vermeiden, so Frau Oelke-Koch.

„Unser Ort hat Zukunft – das letzte von gestern wird erstes von morgen“ war ein weiterer Vortrag im November im Heimatmuseum. Der von Regierungsdirektor a. D. Dr. Josef Heringer leidenschaftlich vorgetragene Beitrag fesselte die Anwesenden und führte uns die wirklichen Werte unserer Region vor Augen. Nicht die Quantität, sondern die Qualität unserer eigenen Produkte sind das Maß, welches unsere Zukunft bestimmen sollte.

Traditionell zum Jahresabschluß trafen sich im Dezember bei Warm- und Kaltgetränken und Kuchen die Vereinsmitglieder und Gäste zu ihren „Adventlichen Hoagartn“. Zur Eröffnung spielten heuer die Hachinger Saitenhupfer den Festlichen Marsch zur Einstimmung in die Weihnachtszeit. Abwechselnd spielten die Hachinger Saitenhupfer, Literarisches wurde von Georg Trump, Richard Servus und Joseph Trautsch vorgetragen. Heidi Trausch sammelte über das Jahr heitere Episoden und beobachtet dabei die Wetterkapriolen, welche uns durch ihren Mann wieder in Erinnerung gerufen wurde. Frau Eva Adler verabschiedete sich mit Gruß- und Dankesworten für die schönen zwei Jahre in denen sie die Kindergruppe betreuen durfte. Frau Adler wird aus beruflichen Veränderungen den Raum München verlassen.

Der Gartenbauverein leistet mit seinen Aktivitäten einen großen Beitrag zur Erwachsenenbildung und führt die Kinder spielerisch in die Gebiete des zeitgemäßen Gartenbaues, der Landschaftspflege sowie des Natur- und Umweltschutzes heran. Die Vereinsleitung dankt den vielen aktiven Helfern, die sich dem Verein in hervorragender Weise ehrenamtlich zur Verfügung stellten und allen Mitgliedern, die im vergangenen Jahr zum Gelingen der Vereinsaktivitäten beigetragen haben.


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Präsentation Jahresrückblick 2019 bei der Mitgliederversammlung

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Fotos: Helmut Patalong