Adventliches Gartlertreffen 2019

Bilder vom Adventlichen Gartlertreffen am 03.12.2019

Fotos: Helmut Patalong; Auswahl: Regina Tramm-Jula


Das Gartenjahr 2019

Ja, was war des für a Freid:
Im Januar hat’s gschneit und gschneit!
Doch boid is aus der weißen Pracht
a Chaos worn bei Tag und Nacht.

Im Dauereinsatz war d’Feuerwehr,
für viele Dächer war der Schnee zu schwer.
Drum wern Hallen und Schulen geschlossen.
De Schüler hat des net verdrossen.

Der öffentliche Verkehr is zammabrocha,
Im Schneckentempo san die Autos krocha.
Der Winter hält alle Schneeräumer auf Trab,
wega zuvui Schnee sagns Schirennen ab!

Wias wärmer worn is im Februar
da werd der Schnee so richtig schwar.
Von Scheunen und Ställen brecha Dächer ei,
Lawinengefahr muaß auf Höchststufe sei.

Die nächsten drei Wochen beruhigt sich’s a weng,
es werd warm, ma konn wieder moi d’ Sonna sehng.
Doch dann kumma sieben Sturmtiefs hintereinand.
Scho des erste, der Bennet, zerzaust ‘s ganze Land.

Die Faschingszüge wern schnell reduziert,
koane Aufbauten, koane Pferdl, damit nix passiert.
Baam wern entwurzelt, Baug’rüste stürzen ei,
erst nach achtzehn Tag san de Stürme vorbei.

Ganz typisch war dann der April:
heut warm, morg’n koid, ganz wiara will.
Über Mikroorganismen, die effektiven
tuat der Schmötzer unser Wissen vertiefen.

Ganz witzig erzählt er, was mir doa miassen:
Mei, deats des EM mit der Kanna giassen,
na wissts wiavui Wasser da aussarieselt,
mit’m Schlauch, da habt’s ja bloß drüberbieselt!

EM des san Viecherl, de brauchan a Fuada,
und dann miassns arbatn, de Luada!
De san  so guat, ma möchts glei kaffa,
Die Zeit beim Vortrag is im Flug davo glaffa!

Der Pflanzentausch war scho Ende April.
Ob da scho jemand Tomaten ham will?
Doch kaum is’s zehne, stürmen d’ Leit rei,
a jeder wui doch der Erste sei!

Zum Ostfriedhof führt uns der Reindl Werner,
vui Grabgeschichten werma kennalerna.
Da liegt a Menge Prominenz,
neben braven Hausfraun so mancher Stenz.

Der Mosi und die Erni Singerl,
der Münchner im Himmel, der Alois Hingerl.
Danach geht’s no a Häusl weiter
zur Münchner Gärtnerei Berchtenbreiter.

Da wern mir mit Brezen und Getränken empfanga,
dann samma durch die Gewächshäuser ganga.
Der „Freche Michel“ is Pflanze des Jahres,
der hat bei uns blüht bis as Gartenjahr gar is!

Ob Rasen oder Wiese des isch die Frage.
Der Chrischtian Müller will uns des sage.
An Rasa will ma im Garten au ha,
wo ma sich dann amal naliega ka.

Doch über Blühwiesen freut sich  jedes Insekt.
Für uns Gärtner hat des den praktischen Effekt,
dass ma bloß zwoimal im Jahr mäha tuat,
und des isch au für die Natur sehr guat.

Doch was fangt ma mit dem Schnittgut an?
Die wenigsten wern a Kuah oder Pferd dahoim han!
I sag jetsch amal oifach liege lasse.
Ich han a bissle vill gschwätzet, jetsch brauch i a Wasser.

Der „Wonnemonat“ Mai war heuer a Schuft:
beschert uns zum Reng aa no arktische Luft.
Tief Axel setzt Bayern komplett unter Wasser.
Die Feuerwehren pumpen, es werd oiwei nasser!

Erst im Juni zeigt sich wieder die Sonne,
doch trotzdem is as Weda net bloß a Wonne!
Neue Hitzerekorde und Trockenheit
de bringa Probleme für Bauern und Leit.

Zwengs giftige Pflanzen in Haus und Garten
dean mir `nen Fachberater erwarten.
Der war von sich selber sehr überzeugt
hat aber für mi den Vortrag vergeigt.

Dass des AUA macht solln mir de Kinder sagen
und hundertmal: ma muass Handschuh tragen.
Er redt so vui und allerlei
vom Thema is net vui dabei.

Die Lehrfahrt geht zur Firma Höfter.
Doch an dem Tag, da regnet’s öfter.
Des ham mir ja no nia erlebt,
hat denn da koana mit’m Petrus g’redt?

Net Glück sondern Können is des mit’m Weda –
aber heuer, Rainer, da konnst as neda!?
Die Höfters ham uns a Brotzeit auftischt,
dabei hamma glernt wia ma Erden mischt.

Mit Torf, Mineralien und Granulat
und natürlich Kompost gibt’s a guats Substrat.
Des kummt dann in riesige Abfüllanlagen,
in Säcke, aufs Fließband, des braucht koaner tragen.

Zum Essen fahrn ma zum Kuchlbauer,
danach Stadtführung – klar – mit Regenschauer.
Die Brauerei von Abensberg lass ma uns zeigen,
nur so derfst an Hundertwasserturm besteigen.

Zum Abschluss gibt’s no a Bier und a Brezn,
dann kömma uns wieder in Bus neiflezn.
Schee is’s gwesen, oiss mitanand,
trotz Regen – und vor allem: sehr interessant.

Es war genau wia vorigs Jahr:
Am ersten September war der Sommer gar.
Herbsteln tuats und zwar ganz heftig.
Saukoid is’s worn und es regnet kräftig.

Und doch: was war des für a Sommer?
A guada, alles zammagnomma.
Vui Hitz, doch aa vui Nass von oben.
Zum Glück tuat der Hagel bloß im Westen toben.

Die Regentonne vom Rainer war nie leer –
er hat wohl nie gossen, sonst wundert’s mich sehr.
Vui Buchsbaumzünsler aber wenig Schnecken
dean sich in unsere Gärten verstecken.

Fünf Äpfel am Abend de waarn recht gsund
tuat uns der Rainer in am Gedicht kund.
Der Georg moant: abends soll ma koane Äpfel essen.
Drauf der Servus: aber Apfelkorn, reichlich bemessen!

Um Nachbarrecht geht’s mit Frau Oelke-Koch.
Den Kuhglockenstreit kennt ma ja immer noch.
Um des, was Küah falln lassen gibt’s aa an Zank.
Aber wie misst man eigentlich so an Gestank???

A bsonderer Prozess is am Gericht der Renner:
Die quietschende Sexschaukel von zwoa Männer!
Wenn Zwerge in einer „nicht üblichen Pose“ dastenga,
konn’s sei, dass de Nachbarn zum Rechtsanwalt genga.

Doch am meisten geht’s um lästige Bäume,
wo des Laub oder Nadeln falln über  Zäune.
Am besten kommt ma friedlich mit de Nachbarn aus
und holt sich damit koan Ärger ins Haus.

A so wie’s kommt, so müass ma’s nehma,
es kannt ja no vui schlimmer kemma.
Drum freue dich und zwar beständig,
denn tot bist du länger als lebendig.

Genießts die „stade“ Weihnachtszeit,
der nächste Sommer is no weit.
Wenn’s euch g’falln hat, na derfts klatschen,
und danach könnt’s drüber ratschen.

Text: Heidi Trautsch,  November 2019


Abschied von den Jahresrückblicken

Abschließend noch ein paar Worte in eigener Sache, oder besser gesagt: In Sachen von meiner Frau. Nächstes Jahr wird es hier keinen solchen Jahresrückblick mehr geben. Vielleicht gibt´s einen kürzeren oder einen besseren, aber bestimmt keinen von meiner Frau!
Ich hab aus diesem Grund am letzten Wochenende den dicken Ordner mit Heidis gesammelten Werken durchgeblättert und da ist mir blitzartig die Idee gekommen, dieses umfangreiche EPOS zum Abschluss ihrer Karriere einmal mit anderen großen deutschen Dichtungen zu vergleichen. Dichtkunst ist ja nicht gerade meine Stärke, muss es auch nicht.

Heutzutage geht das ganz easy: Man setzt sich an seinen Computer und befragt dazu einfach die Frau ALEXA oder den Herrn GOOGLE. Die wissen nämlich alles.
Hab ich gemacht und zack hatte ich zwei Gedichte auf meinem Bildschirm.

Geschrieben hat die ein gewisser Herr Schillinger, glaub ich. Fritz oder Friedrich mit Vornamen. Das muss ein Gießereifachmann gewesen sein, denn er beschreibt darin ziemlich langweilig die Herstellung einer Glocke.

Eine Kurzfassung davon hat mir der Herr Google angeboten, die wollt ich ja eigentlich gar nicht – aber so viel Zeit haben wir schon: Die geht nämlich so: Loch in Erde, Messing rinn, Glocke fertig, bim, bim, bim. Nein, Entschuldigung.

Wieder zurück zur Langfassung von der Frau Alexa und einem seriösen Vergleich: Angeblich hat dieser Schillinger von 1788 bis 1799 also 11 Jahre an diesem Teil gearbeitet. Ganz schee lang aber nix gegen mei Frau. Den ersten Jahresrückblick hat die Heidi 2006 verfasst und mit dem heutigen san des glatte 14 Jahr. Wegen dieser Dichterei musste sie monatelang auf das anspruchsvolle Wiederholungsprogramm von ARD, ZDF, Bayern3 und RTL verzichten. Respekt! Damit steht’s aber zeitmäßig schon mal 1 : 0 für meine Frau.

Des hat mich aber jetzt schon interessiert, was der Computer noch so alles ausspuckt und so hab ich weiterg’macht:
Zum Umfang, zur Länge des Gedichtes hat die Frau ALEXA g’sagt, dass der Schillinger für diese Glockengußstory, für diesen Albtraum aller Oberschüler, genau 425 Zeilen gebraucht hat. Toll, aber jetzt halten sie sich fest: Meine Frau hat für ihr großes Werk mehr wie doppelt so viel, nämlich 1012 Zeilen verdichtet!
Also steht’s jetzt 2 : 0 für Heidi’s Jahresrückblicke.

Mach ma weiter und schauen uns Inhalt und Bedeutung der Werke an:
Bei Schillers Fritz ***geht es um die Herstellung eines Metallmonsters, das einem mit seinem Gebimmel jeden Sonntag umara Zehne aus dem Schlaf reißt. Brutale Störung der Sonntagsruhe kannt ma sagen! Lästig!
Hingegen beschreibt meine Frau das wundersame Wirken von Fauna und Flora in der Natur und in unseren Gärten, ohne das wir gar nicht leben könnten. Und somit steht es 3 : 0 für die Heidi.
Jetzt noch etwas zur Qualität der beiden Werke: Da möchte ich mich verständlicherweise nicht weiter auslassen. Der Schillinger ist schon lange gestorben und über Tote solle man nur Gutes erzählen. Und zu den GARTENJAHREN von meiner Frau sage ich auch nichts. Denn wenn ich da was Negatives sagen würde,
müsste ich das mit Sicherheit in der nächsten Zeit büßen.

Kommen wir zum Schluss und zum Ergebnis dieses aufschlussreichen Vergleichs: Meine Frau hat haushoch g’wunna.

Das ist auch gut so. Denn wenn das anders wäre und der Schillinger die Jahresrückblicke geschrieben hätte, dann wär der zeitmäßig nie übern Juni oder Juli nauskumma.
Und wenn meine Frau in dera Gießerei gearbeitet hätt, dann dat’n uns heit vom Turm von St. Korbinian ned vier sondern mindestens acht Glocken aus dem Schlaf reißen.

Das war’s von meiner Frau und mir. Danke fürs Zuhören und noch einen schönen Abend wünscht Ihnen die Familie Trautsch.

Text: Josef  Trautsch

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