Jahresrückblick 2017


Jahresrückblick 2017

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Der Gartenbauverein Unterhaching e.V. bezweckt gemäß § 2 seiner Satzung „im Rahmen des Obst- und Gartenbaues die Förderung der Landespflege und des Umweltschutzes zur Erhaltung einer schönen Kulturlandschaft und der menschlichen Gesundheit“. Er fördert insbesondere die Ortsverschönerung und dient damit der Verschönerung der Heimat und der gesamten Landeskultur.

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Februar wurde der Vorstand neu gewählt. Der langjährige 1. Vorsitzende Werner Reindl trat zurück und eine Neuwahl wurde erforderlich. Es wurden gewählt:
Rainer Schäfers als 1. Vorsitzender (bisher 2. Vorsitzender), Regina Tramm-Jula als 2. Vorsitzende (bisher Kassiererin) und Gerhard Jula zum Kassier.
Schriftführerin Rosi Ott und die Beisitzer Ewald Troll, Anneliese Ugler und Rosemarie Bruckner bleiben im Amt. Werner Reindl wurde zum Ehrenvorsitzenden und der frühere Kassierer Uwe Gorber zum Ehrenmitglied ernannt.

Der Gartenbauverein betreut seit über 15 Jahren die „Obstwiese im Landschaftspark Hachinger Tal“. In Kooperation mit der Lokalen Agenda 21 leistete die Projektgruppe im Jahr 2017 wieder rund hundert ehrenamtliche Arbeitsstunden zur Pflege der Obstbäume im Landschaftspark und im Sportpark.

Mit unserer Kindergruppe „Die Grashüpfer“ fanden unter der Leitung von Sieglinde Schuster-Hiebl und Werner Reindl neun Veranstaltungen statt. Von April bis Oktober beschäftigten sich die Kinder mit Säen, Pflanzen und Ernten im Hausgarten, aber auch mit Naturbeobachtungen und Spielen im Landschaftspark. Basteln mit in der Natur gesammeltem Material und die Untersuchung des Wassers vom Hachinger Bach mit Lupen begeisterte die Kinder. Am 7. Oktober konnte das 10-jährige Bestehen unserer Grashüpfer gefeiert werden. Bei Apfel, Birne und Hollersaft spielten Kinder und Eltern im Landschaftspark neben der Streuobstwiese „Apfelspiele“ und hatten ihren Spaß bei der großen Apfelverkostung. Von den Kindern wurde der Apfel „Freiherr von Hallberg“ zum Lieblingsapfel gekürt.

Ein besonderer Tag im Jahr 2017 war der „Tag der offenen Gartentür“ am 25. Juni. Private Gärten öffnen bei dieser alljährlich wieder stattfindenden Veranstaltung ihre Pforten und laden alle Garteninteressierten zur Besichtigung ein. Im vergangenen Jahr beteiligte sich aus unserem Verein das Ehepaar Anna-Elisabeth und Rupert Nicklbauer mit ihrem Garten. Unsere Gartenpfleger durften helfen, den in langen Jahren natürlich angelegten Hausgarten mit den üppig blühenden Blumen, aber auch den Obstbäumen und Beerensträuchern, dem Glashaus und den Gemüsebeeten bis hin zum Insektenhotel, den Besuchern vorzustellen.

Den Vereinsmitgliedern und Gästen wurden im vergangenen Jahr 21 Veranstaltungen zu den Themen Landschaftspflege, Natur und Umwelt, Gesundheit und Ernährung, Brauchtum und Heimatpflege angeboten. Auch bei Festumzügen und Veranstaltungen zu Fronleichnam, Gärtnerfestumzug in München, 125 Jahre Birker Burschen-Verein Unterhaching, Volkstrauertag und der Amtseinführung von Pfarrer Axel Windecker war der Verein mit Fahnenabordnung und vielen Mitgliedern dabei.

Vorstandsmitglieder und Gartenpfleger besuchten verschiedene Fortbildungsmaßnahmen bei den übergeordneten Kreis-, Bezirks- und Landesverbänden für Gartenkultur und Landespflege. Damit können unsere Gartenpfleger kompetente Beratung und aktuelle Informationen bei den Vereinsveranstaltungen leisten, um die Ziele des Vereins zu unterstützen.

Für unsere Mitglieder wurde die neue Vereins Homepage (www.gartenbauverein-unterhaching.de) ins Netz gestellt. Sie wurde von Gerhard Jula entwickelt und weiterhin betreut. Mitgliedern und Garteninteressierten bietet sie die Möglichkeit sich über das aktuelle Vereinsgeschehen zu informieren. Angeboten werden laufend neue Beiträge, Termine, Berichte und Fotos unserer Veranstaltungen.

Der Gartenbauverein zählte am 31.12.2017 genau 300 Mitglieder.

Rückblick zu den einzelnen Aktivitäten

Mit einem sehr lebendigen Fachvortrag im März zu „Gemüseverfrühung und Schnecken­bekämpfung“ informierte Peter Gasteiger von der Klostergärtnerei Gars am Inn. Mit einer umfangreichen Bilderpräsentation arbeitete er die besonderen Merkmale zu Frühbeeten, Gewächshäusern und Hochbeeten heraus. Beim Thema Schneckenbekämpfung leistete auch fast jeder der 76 Teilnehmer seinen Erfahrungsbeitrag.

Es folgte im April ein Vortrag „Der Phänologische Kalender“. Dieser gliedert das Jahr nicht in die klassischen vier Jahreszeiten, sondern in zehn Phasen, deren Beginn und Ende jeweils durch charakteristische Entwicklungsstadien bestimmter Gewächse, sogenannter phänologischer Zeigerpflanzen, signalisiert wird. Dieser ebenso einzigartige wie geniale Kalender gibt Gartenfreunden einen Zeitplan mit auf den Weg, wann welche Gartenarbeiten erledigt werden sollten – zuverlässig und unabhängig von der jeweiligen Region oder fixen Kalenderdaten.

Die Schnittkurse im Pfarrgarten von St. Alto an Obstbäumen und Sträuchern erfreuten sich großer Nachfrage und Interesse von mehr als 30 Teilnehmern.

Der Pflanzenflohmarkt bei Familie Gertraud und Engelbert Bach ist ein fester Bestandteil unseres Veranstaltungsprogramms. Sie bieten Mitgliedern und Gästen Zeit, Gelegenheit und Platz zur Unterhaltung, Tausch von Pflanzen und Informationen in ihrem schönen Garten. Die Vielzahl der selbstgezogenen Tomaten Pflänzchen von Heidi Trautsch waren schnell vergriffen. Bei den Gemüse- und Blumenpflanzen konnten unsere Gartenpfleger über Qualitäts-, Wuchs- und Pflegemaßnahmen beraten.

Bei der Frühlingswanderung am 1. Mai im Landschaftspark entlang des Hachinger Baches unter der Führung von Sieglinde Schuster-Hiebl wurden die ersten frischen Kräuter gefunden, probiert und erklärt, was für unser leibliches Wohl in ihnen steckt.

„Regionale Lebensmittel im Visier – Warum essen wir im Winter Erdbeeren“ war ein Thema im Mai mit Jutta Löbert, Dipl. Ökotrophologin. Gern würden Verbraucher auf regionale Erzeugnisse zugreifen. Leider ist der Begriff „regionale Lebensmittel“ nicht gesetzlich geschützt. Verbraucher müssen hier genau recherchieren und sollten, wenn sich die Möglichkeit bietet, direkt beim Erzeuger ab Hof einkaufen. Dieses Verhalten reduziert dazu auch die nicht saisonalen Einkäufe. Erdbeeren gibt es nicht ab Hof im Winter und das ist auch gut so. Denn ein wirkliches Geschmackserlebnis sind sie nicht.

Der Botanische Garten zu München – eine 200jährige Geschichte, vorgetragen und präsentiert vom Gartenbauingenieur und Botaniker Till Hägele. 1812 kam es zur Gründung des ersten Botanischen Gartens nach einem Entwurf von Friedrich Ludwig von Sckell und Franz von Paula von Schrank. Geblieben davon ist heute der Alte Botanische Garten in der Nähe Karlsplatz / Stachus. Aufgrund des Stadtwachstums wurde es erforderlich von 1910 bis 1914 den Botanischen Garten vor die damaligen Tore Münchens in den Schlosspark Nymphenburg zu verlagern. Heute beherbergt dieser Neue Botanische Garten auf 22 Hektar Fläche rund 16.000 Pflanzenarten, rund hundert Mitarbeiter sind hier beschäftigt.

Zu Fronleichnam schmückten Mitglieder des Gartenbauvereins in Absprache mit den anderen Traditionsvereinen den Altar am Rathausplatz mit Blumen und Birken.

Zum Erntedank wurde der Altarbereich in St. Alto mit Gemüse, Obst und Blumen geschmückt.

Der „Historische Spaziergang in der Kriegersiedlung“ mit Werner Reindl war auch ein Höhepunkt unserer Veranstaltungen. In unterhaltsamen Geschichten wurde den 58 Teilnehmern die Entwicklung der Unterhachinger Siedlungsgebiete westlich der Bahnlinie seit den 30er Jahren erzählt. Dazu gehört auch die Entstehung der Kirche von St. Alto und die der nahe gelegenen Agfa Siedlung, die 1946 von den Alliierten beschlagnahmt wurde.

Die Vereinslehrfahrt mit 59 Teilnehmern am 8. Juli führte uns auf die über 900 m hochgelegene Fürmann Alm. Bei Butterbrez`n, Kaffee und Kräutertee wurden wir auf dem Bio–Bergbauernhof durch das Bauern- und Wirtsehepaar Planthaler begrüßt. Bei Führungen erfuhren wir anschließend Interessantes über Mutterkuhhaltung, Ochsenmast, ökologische Landwirtschaft und Milchpreisthematik. Wir konnten den sorgfältig gepflegten Gemüsegarten, die Hühnerhaltung sowie die Bienenstöcke besichtigen. Der Ausblick auf den Rupertiwinkel rundete die Besichtigung auf dem wunderschön gelegenen Bergbauernhof ab.
Am Nachmittag besichtigten wir die Alte Saline in Bad Reichenhall mit einer Führung durch das Stollensystem. In diesem bedeutenden Industriedenkmal wurde von 1840 bis 1929 aus Sole das „Reichenhaller Salz“ hergestellt. Anschließend konnte der Königliche Kurgarten, das Gradierhaus oder auch nur einfach das rege Leben und Treiben in der Fußgängerzone genossen werden.

Das Sammeln von Kräutern für Maria Himmelfahrt ist seit jeher Brauch. Zu diesem Termin führte Sieglinde Schuster-Hiebl 35 interessierte Teilnehmer durch den Infineon-Park und erklärte dabei die gefundenen Kräuter, deren Verwendungsmöglichkeiten und Wirkung. Zuhause konnte dann jeder einen Kräuterbuschen aus seinen gesammelten Kräutern binden.

Der letztjährige Radlausflug führte 12 Teilnehmer zum „Haarer NaturSchauGarten“, gelegen am Wertstoffhof der Gemeinde Haar. Mit dem „NaturSchauGarten“ wurde die Idee verfolgt eine Magerstandfläche zu schaffen mit Pflanzen, die dort gedeihen, vielfältig und bunt und miteinander ohne das Eingreifen des Menschen. Es sollte eine Fläche geschaffen werden, wie sie früher in der Schotterebene vorherrschte. Mager, kalkig wenig Humus und trocken.

Der Gartler-Stammtisch im September diskutierte über das zurückliegende Gartenjahr und seinen Wetter­kapriolen. In einer offenen Gesprächsrunde wurden Themen von der Tomatenreife, Spät­frostschäden, Schneckenplage, Feuerwanzen und anderen Plagegeistern heiß diskutiert und auch heitere Episoden, wie die Maulwurfplage und deren Bekämpfung kamen an diesen Abend nicht zu kurz.

Im Oktober berichtete Werner Reindl von seiner Gartenreise durch die „Weser-Ems-Region“ und zeigte uns mit seinen Fotos mit welchen Gegebenheiten die Gärtner im Norden leben.

Bild "Tassilolinde in Wessobrunn"

Mit Bräuche, Legenden und Geschichten „Von Baum zu Baum“, erzählt von Thomas Janscheck, wurden die Vorträge für 2017 beendet. Geradezu als ein Ursymbol taucht der Baum in allen Regionen auf. Auch in unserer Region gilt er als verehrter Begleiter des Menschen. Ob Dorf- oder Gerichtslinden, Marienbäume und Hausbäume – in vielen Bräuchen und Legenden und Mythen begegnen wir diesen alten Riesen, die oftmals auch eng mit der Ortsgeschichte verbunden sind. Der Landschaftsgärtner und Autor Thomas Janscheck ist Ihnen auf der Spur.

Traditionell zum Jahresabschluss trafen sich im Dezember im weihnachtlich geschmückten Pfarrsaal von St. Alto die Vereinsmitglieder und Gäste zum „Adventlichen Hoagartn“. Die „Hachinga Hoagartn Musi“ spielte, Heidi Trautsch erinnerte mit lustigen Versen an das vergangene Gartenjahr, vorgetragen von ihrem Mann Josef. Willi Leinor, Georg Trump und Richard Servus lasen amüsante Advent- und Weihnachts Geschichten vor.
Vereinsmitglied Herbert Kieslinger überraschte die Anwesenden mit kunstvoll gemalten Glückwunschkarten passend zu den vier Jahreszeiten. Es werden Siebdruckkarten von den Orginalen erstellt, die künftig für Vereinszwecke verwendet werden dürfen. Von Mitgliedern selbstgebackene Kuchen und der gute Punsch fanden schnell ihre Abnehmer.

Der Gartenbauverein leistet mit seinen Aktivitäten einen großen Beitrag zur Erwachsenenbildung auf dem Gebiet des zeitgemäßen Gartenbaues, der Landschaftspflege sowie des Natur- und Umweltschutzes.

Die Vereinsleitung dankt den vielen aktiven Helfern, die sich dem Verein in hervorragender Weise ehrenamtlich zur Verfügung stellten und allen Mitgliedern, die im vergangenen Jahr zum Gelingen der Vereinsaktivitäten beigetragen haben.


Jahresrückblick als PDF-Datei


Präsentation Jahresrückblick 2017



Bilder von der Jahreshauptversammlung

Fotos: Helmut Patalong