Vereinslehrfahrt nach Wessobrunn (Fischzucht), zum Eibenwald und Kloster Bernried am 07.07.2018


Fisch, Wald und Gartenkultur

Vielfältig waren die Eindrücke, die die Teilnehmer von der Fahrt des Gartenbauvereins Unterhaching aus dem Pfaffenwinkel mitnehmen konnten.

(Direkt zu den Bildern)

Fischwirtschaft so betreiben, dass die Familie gut und mit gutem Gewissen davon leben kann, so stellte sich der Forellenhof Schönwag in Wessobrunn vor. Mit hinreißender Begeisterung schilderte der junge Chef Geschichte, heutige Schwerpunkte und die erwünschten Ziele. Ursprünglich Sägemühle, dann Karpfenzucht noch vom Großvater her. Dann umgestellt und erweitert auf Forellenzucht. Später die Herstellung eigener Produkte aus den Fischen, wie z.B. Räucherfische und selbst hergestellte Salate und deren Vertrieb im Verkaufswagen und im Hofladen. Hier liegen noch Ziele, die Produktpalette zu erweitern mit zum Beispiel neuen Rezepten. Von der Qualität und Vielfalt der aktuellen Fischspezialitäten überzeugte sich der Gartenbauverein bei einer sehr guten Brotzeit. Da bekam der Ausbildungsberuf Fischwirt, inhaltlich geht es dabei um die Aufzucht von Fischen, eine ganz andere Bedeutung.

Noch über die Frage nachdenkend, wie es sein kann, dass Forellen ihr Leben lang wachsen, also nie ausgewachsen sind, ging es zu einem Rundweg durch den Paterzeller Eibenwald. Namensgeber eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands sind die Eiben. Die mächtigen dunklen Bäume, die im tiefen Schatten noch wachsen, wenn auch sehr langsam, geben dem Mischwald sein Gesicht. Dunkel, dicht, vielleicht sogar ein wenig zauberhaft. Das Holz der Eiben ist harzfrei und sehr elastisch, so dass es früher zum Bau von Bogen und Armbrüsten verwendet wurde, was schon um 1600 fast zu einer Ausrottung der Eibe führte. Dass in Paterzell noch ein größerer Bestand an Eiben vorhanden ist, liegt auch an dem hier vorhandenen Untergrund. Der Eibenwald steht auf meterdickem Tuffstein, bedeckt von einer nur dünnen Schicht Humus. Für andere Baumarten sind das keine guten Bodenbedingungen. Die Eibe ist noch in anderer Hinsicht besonders. Sie ist der einzige heimische giftige Nadelbaum. Ein Mensch müsste aber eine große Menge Nadeln essen, um sich zu vergiften. Rehe lieben den Geschmack, fressen aber nur so viel sie vertragen können. Pferde oder Rinder werden jedoch schon durch eine geringe Menge getötet, auch heute noch. Früher beseitigten Fuhrleute und Hirten wegen dieser Gefahr sorgsam die Eiben.

Die letzte Etappe führte zu den Missionsbenediktinerinnen in Bernried am Starnberger See. Einen Kräuter- und Küchengarten im Innenhof gezeigt und erklärt bekommen von einer Schwester und ehemaligen Köchin, das lässt das Gärtnerherz höherschlagen. Die Führung durch den Park begeisterte ebenfalls durch die Großzügigkeit der Anlage, durch die alten Bäume mit den besonderen Früchten, durch große Rasenflächen in sanfte Hügel gelegt. Eine sehr lange Rosenhecke gab es und gut geschnittene Apfelbäume, große Gewächshäuser mit großen Tomaten und Beete mit Kamille für den Tee. Und es gab tiefe Hangbeete durch Steinmauern gestützt, darauf einige Blumen und ganz, ganz viele Rhabarberstauden. Das haben wir Gartler nicht erwartet. Aber man muss auch mal was anders machen dürfen.

 

Bilder Teil 1: Fahrt nach Wessobrunn zur Fischzucht

 

Bilder Teil 2: Besuch des Eibenwalds

 

Bilder Teil 3: Mittagspause und Führung im Kloster Bernried

Text: Regina Tramm-Jula

Bilder: Helmut Patalong

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