Mehr als nur stachelig: Warum Kakteen Dornen tragen und uns immer wieder überraschen

Einmal ein anderes Vortragsthema für den Gartenbauverein am 01.09.2026. Andererseits  hat eigentlich jeder zumindest eine Sukkulente wie eine Aloe oder auch einen Kaktus wie den Weihnachtskaktus im Haus. Nach dieser Feststellung gelang es Birgit Kovacs mit viel Wissen und großer Leidenschaft, dass der ein oder andere Zuhörer sich doch noch mehr für diese sehr genügsamen Pflanzen interessiert.

Birgit Kovacs berichtete einprägsam über viele falsche Vorstellungen, die zu dem Thema im Umlauf sind. So ist jeder Kaktus eine Sukkulente, aber nicht jede Sukkulente ist ein Kaktus. Sukkulenten sind saftreiche Pflanzen, bei denen sich ein Organ zum Wasserspeicher umgebildet hat und die an besondere Boden- und Klimaverhältnisse angepasst sind. Man unterscheidet daher Blatt-, Stamm-, und Wurzelsukkulenten. Die Kakteen sind nur ein sehr, sehr kleiner Teil dieser riesigen Pflanzenfamilie. Das Hauptaugenmerk am Abend lag daher vor allem auf den Kakteen.

Einen Kaktus zu erkennen, ist aber nicht so schwer. Echte Kakteen besitzen sog. Areolen, das sind oft filzige oder wollige Polster auf der Oberfläche von Kakteen, aus denen die Dornen, Haare, Kindl oder auch die Blüten herauswachsen.

Auch das war für viele Zuhörer neu. Kakteen haben botanisch gesehen Dornen und sind daher keineswegs stachelige Gesellen, wie wir in unserer Einladung fälschlicherweise geschrieben haben. Kakteen haben ihren Ursprung in den Wüsten dieser Welt. Auch mit dieser Annahme lagen die Zuhörer weit daneben. Kakteen haben ihre Heimat in Nord- und Südamerika – nicht aber in Afrika, und sie sind auch heute noch in Höhen bis zu 4.000 m zu finden. Nicht nur in Wüsten sind sie aufzufinden, sondern auch im tropischen Regenwald Südamerikas. Nach Europa kamen sie erst im 17. Jahrhundert und wurden wie z.B. die Feigenkakteen im Mittelmeerraum wegen der Früchte angebaut.

Auch über die Pflege der Kakteen hat Birgit Kovacs berichtet. Dass es keine gute Idee ist aufs Gießen ganz zu verzichten, aber auch, dass es eine fast noch schlechtere Idee ist, die Kakteen anzusprühen, weil es dadurch zu Pilzkrankheiten kommen kann. Die Zuhörer erfuhren, dass einige Kakteen auch winterhart sind, dass viele sogar dunkel überwintert werden können, welche Erde passend ist.

Birgit Kovacs gab noch viele andere Tipps zur Pflege der „dornigen Gesellen“ mit auf den Heimweg. Unterlegt hat sie ihren Vortrag mit vielen schönen Bildern, auch mit Blütenbildern ihrer eigenen Kakteen. Immer mit dem Hinweis, dass auch Anfänger Kakteen zum Blühen bringen können. Es braucht aber Geduld, Geduld … Sie nehmen meist Fehler auch nicht krumm.

Ein sehr interessanter Abend war es und in diesem Bericht werden längst nicht alle Informationen weitergegeben.

Vorträge im Gartenbauverein anhören – es lohnt sich.

Text: Regina Tramm-Jula


Bilder: Helmut Patalong

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