Zwischen Clematis und Kaiserwetter – unsere Lehrfahrt ins Schwäbische Donautal

11.07.2026

Unsere diesjährige Lehrfahrt ging in diesem Jahr mal in eine andere Richtung: nach Westen, ins Schwäbische Donautal. Und was für ein Tag das wurde!

Zu Gast bei den Clematis-Spezialisten

Erstes Ziel war Unterliezheim bei Dillingen, wo wir zu einer Führung durch die Clematis- und Obstraritäten-Gärtnerei Herian verabredet waren. Gut, dass wir mit einem großen, vollklimatisierten Bus unterwegs waren – denn wir hatten uns bestes Wetter bestellt, und geliefert wurde es prompt, von früh bis spät.

Nach herzlichem Empfang durch die Familie Herian ging es in einen schön kühlen Schuppen, wo wir in die Welt der Waldreben entführt wurden. Frau Herian stellte uns die verschiedenen Clematis-Sorten ausführlich vor und nahm uns dabei gleich die Sorge: Man müsse sich gar nicht so viel kümmern. Am richtigen Standort, mit dem passenden Schnitt – oder auch ganz ohne – und ohne nasse Füße seien die Pflanzen erstaunlich robust. Unsere heimische Clematis vitalba fand bei ihr wegen ihres nicht ganz so einladenden Duftes eher weniger Anklang, jedenfalls nicht für den kleinen Garten und die gute Nachbarschaft. Wer eine Empfehlung suchte, wurde bei „Schneegestöber“ fündig.

Am Ende füllte sich der Gepäckraum des Busses ordentlich mit neuen Clematis für zu Hause.

Mittagspause unter Kastanien

Weiter ging es zum Klosterwirt, ebenfalls in Unterliezheim. Im Garten unter Kastanien wurde gut gegessen und getrunken, und wer noch Zeit fand, warf einen Blick in die wirklich schöne Kirche des Ortes.

Höchstädt: Kreislehrgarten oder Schloss

Nur 8 km weiter ging es nach Höchstädt, wo sich unsere Gruppe aufteilte. Zur Wahl standen der Kreislehrgarten des Landkreises Dillingen mit Führung durch den Kreisfachberater oder das Schlossmuseum mit seiner Abteilung zur Schlacht bei Höchstädt, einer Fayencen-Ausstellung und der aktuellen Sonderausstellung zur Popmusik der 70er. Trotz der Hitze entschied sich die Hälfte der Gartler für den Kreislehrgarten – der Bus brachte die andere Hälfte zum Museum im Schloss.

Der Kreislehrgarten umfasst stolze 5 Hektar: Streuobstwiesen mit alten Sorten, Versuchsanbau bei Beerenobst – und auch hier ist die zunehmende Trockenheit ein großes Thema, Bewässerung entsprechend gefragt. Der Unterwuchs wird derzeit bewusst nicht geschnitten, denn die Halme beschatten noch die Wurzeln. Nach rund einer Stunde war der Rundweg geschafft, am liebsten immer im Schatten der Bäume – und natürlich wurde unterwegs auch fleißig reifes Obst gekostet. Martin Herian brachte es beim Baumschnitt auf den Punkt: Der Schnitt sollte immer mit Augenmaß erfolgen. Einen Apfelbaum auf Hochstamm, so viel steht fest, bekommt man ohnehin nicht klein.

Kaffee, Kuchen und Störche im Schlosshof

Dann trafen sich alle wieder im Innenhof von Schloss Höchstädt, wo bei gutem Kuchen, Kaffee und dem einen oder anderen Eis der Nachmittag ausklang. Für Unterhaltung war gesorgt: Im Schloss fand gerade eine Hochzeit statt, deren Musik herüberklang, und die Störche mit ihren zahlreichen Jungen boten ihr eigenes kleines Schauspiel.

Fazit

Dann war es auch schon Zeit für die Heimfahrt. Viel gesehen, viel gelernt – eine Lehrfahrt eben! Und auf der Rückfahrt blieb noch genug Gesprächsstoff für die eine oder andere offene Frage, zum Beispiel diese: Gibt es eigentlich eine Pflanze namens Blutrote Sommerwurz – oder nicht?

Text: Regina Tramm-Jula


Bilder: Helmut Patalong

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